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Freedom: Das Kammermusikfest Sylt 2021 feiert die Freiheit

Unter dem Festival-Motto „Freedom“ hätte der Freigeist Ludwig van Beethoven im Sommer 2020 als großer Jubilar der Musikwelt im Mittelpunkt des Kammermusikfest Sylt gestanden. Diese Würdigung musste pandemiebedingt abgesagt werden, doch Ende Juli 2021 wird der musikalische Diskurs über das Thema Freiheit erneut begonnen und fortgeführt, aus gutem, akutem Grund. Denn gerade durch die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen wird der Wert unserer Freiheit neu definiert, und ebenso ist der Umgang mit ihr zu hinterfragen. Die Werke des Festival-Programms werden von freien Künstlern interpretiert, die sich keinem Schubladendenken unterordnen wollen.

Freiheit manifestiert sich in vielen Facetten unseres Zusammenlebens und in den Spiel-Regeln unserer Gesellschaft. Sie thematisiert physische und virtuelle Grenzen. Sie nimmt Einfluss auf die Natur, auf Wirklichkeit und Vorstellungskraft, sie stellt Fragen an Religionen und Politik. Tanz und Meditation sind weitere Möglichkeiten, sich ihr anzunähern, die Revolution ist ein radikaler Schritt hin zum großen Ziel, gegen alle Widerstände. Aus all diesen Aspekten ergeben sich konzeptionelle Programmlinien, die das Kammermusikfest Sylt 2021 prägen. In einem Jahr, das von einem weiteren gesellschaftlich relevanten Jubiläum beeinflusst ist: Seit 1700 Jahren gibt es jüdisches Leben in Deutschland. Um diese Kontinuität zu feiern, wird der israelische Komponist Matan Porat als erster „Composer in residence“ zum Kammermusikfest Sylt eingeladen. Außerdem bereichern Kompositionen und Zitate aus der jüdischen Tradition das Programm. So wird das Festival seinen Beitrag zu einem gesamtgesellschaftlichen Dialog leisten, in dessen Zentrum gemeinsame Freiheit, Verständnis und Offenheit sowie der Abbau von Vorurteilen stehen.